Klinghammer
Can Technology GmbH
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Vergangenheit und Zukunft

Dank an Julius Klinghammer Maschinenfabrik – hier kommt KLINGHAMMER Can Technology.

1973 setzte eine Phase der Rationalisierungen in Deutschland ein. Dieser Prozess wurde von Fusionen und Übernahmen begleitet. Wo in den 50er Jahren noch mehr als 400 Dosenhersteller existierten, sank die Zahl auf 25 in den 80er Jahren..

Mitte der 80er Jahre nahm die Konkurrenz aus Fernost stark zu. Die Anlagen zu kopieren und für die Hälfte des Preises anzubieten, war bereits ein sensibles Thema. Die Fähigkeit, austauschbare Werkzeuge anzubieten, verblieb Klinghammers große Stärke. Um konkurrenzfähig zu bleiben, erweiterte Klinghammer seine Produktpalette um den Produktservice.

1989 übergab Arnulf Kricheldorff die Firma an seinen Neffen und heutigen Geschäftsführer, Christof Bürig. Unter seiner Führung bekam die betriebsinterne Konstruktionsabteilung mehr Gewichtung; Klinghammers neue Stärke war nun, den individuellen Anforderungen seiner Kunden gerecht zu werden. Schwerpunkte waren betriebliche Zuverlässigkeit und Sicherheit, Neuerungen und vollautomatische Maschinen. Seit 1992 ist der gesamte Betrieb IT-unterstützt, um innerbetriebliche Vorgänge weiter zu optimieren.

In den folgenden Jahren wurde die Geschäftsstrategie neu überdacht. In früheren Jahren war Klinghammers Philosophie, eine große Auswahl an Produkten anzubieten, was jedoch zu relativ hohen Preisen führten, und infolgedessen der Konkurrenzfähigkeit schadete. Ein Rückgang der Nachfrage für bestimmte Maschinen konnte von gängigeren Maschinen aufgefangen werden. Die zunehmende Konzentration des Marktes jedoch und der starke Wettbewerb veranlasste Klinghammer die Richtung zu wechseln.

1997 wurde dieser Wechsel vollzogen. Im Mittelpunkt standen nun nur noch Produkte mit hohem Know-How, basierend auf dem Back End der Fertigungslinie.

Aus „Julius Klinghammer Maschinenfabrik“ wurde „Klinghammer Can Technology“ und somit die Verbindung zwischen erfolgreichem Maschinenbau und modernster Infomationstechnologie. Klinghammer Can Technolgy – Mehr als 100 Jahre Tradition, Know-how und Innovationen: ´Quality that lasts - made in Germany!´

1795 - Die Wiege der Dose
Gründung und Entwicklung – Klinghammers Heimatregion Braunschweig war die Geburtsstätte der deutschen Dosenhersteller-Industrie im späten 19. Jahrhundert. 

Die Geschichte der industriell in großen Stückzahlen produzierten Dose war zu diesem Zeitpunkt schon recht fortgeschritten – die den Durchbruch markierende und damit praxisgerechte Lösung datiert aus dem Jahr 1810. Ab Ende des 19. Jahrhundert ging es Schlag auf Schlag: Konservenfabriken und Dosenhersteller nebst dazugehöriger Zuliefererindustrie schossen wie Pilze aus dem Boden. Ein neuer Wirtschaftszweig entstand. So wurde die Firma Klinghammer im Jahre 1894 von dem Ingenieur Julius Klinghammer in einer zunächst gemieteten Werkstatt gegründet.

Im Einzugsbereich Braunschweig, der Heimat von Klinghammer, existierten im Jahr 1914 exakt 52 Konservenfabriken. Die Begründung für eine derartige Massierung war einerseits in der traditionellen Rolle der Region Braunschweig als ein intensives Anbaugebiet von Obst und Gemüse zu finden. Vor allem aber kann man das ehemalige Herzogtum Braunschweig als „Wiege der Konservendose“ in Deutschland bezeichnen. Zur Erklärung müssen wir etwas weiter zurück in die Vergangenheit.

Der Grund, warum es heute Nahrungsmittel in Konservendosen gibt, entstammt der Zeit Napoleons. 1795 setzte der Kaiser Frankreichs höchstpersönlich eine Prämie von 12.000 Francs für denjenigen aus, der die Lebensmittel für seine Soldaten haltbar machen könne. Die Belohnung erhielt der französische Koch Francois Appert nach mehr als einem Jahrzehnt des Experimentierens: Er erfand die Konservierung von Lebensmitteln durch Hitzesterilisation in Gläsern. Die Verbindung zwischen Hitzesterilisation und Weißblech entwickelte der Engländer Peter Durand und meldete darauf 1810 ein Patent an.

Seine Landsmänner John Hall und Bryan Donkin eröffneten 1812 die erste kommerzielle Konservenfabrik in England, die Blechdosen verwendete, und schon ein Jahr später versorgten sie die Britische Armee und Navy mit konserviertem Essen in Dosen. Zur gleichen Zeit, 1812, baute Thomas Kensett eine kleine Fabrik an der Küste von New York und produzierte Amerikas erste luftdicht versiegelte Gläser. Da Gläser aber teuer, schwer zu verstauen und zerbrechlich sind, schwenkte er schnell auf Dosen um. In 1815 hörte der russische Forscher Otto von Kotzebue von der neuen Entdeckung aus England und nahm konserviertes Fleisch mit auf eine seiner Reisen. Er war entzückt von den Dosen aus Blech und fand den Inhalt in einem sehr guten zustand vor.

1819 segelte William Edward Parry durch die Nord–West Passage und nahm Donkins Proviant mit, der sich erneut als ausgezeichnet erwies. Jahre später fand man einige Dosen, die von Parry zurückgelassen wurden: Man behielt sie im National Maritime Museum, bis sie 1938 geöffnet wurden. Unglaublicherweise war der Inhalt immer noch essbar!

Einer der Wegbereiter in Deutschland, der einen Impuls für die Herstellung von Konservendosen gab, war der Braunschweiger Baron Wilhelm Eberhard Anton von Campen. Dieser war in den Jahren von 1820 bis 1830 als Diplomat in Frankreich tätig, wo er Bekanntschaft mit dem Verfahren Apperts gemacht hatte. Wieder heimgekehrt wollte der Baron als passionierter Waidmann seine Jagdbeute so konservieren lassen, wie er es aus der Fremde kannte.
Seinem Wunsch nach Dosen kam 1830 ein Klempnermeister aus Seesen bei Braunschweig nach: Heinrich Züchner. Die Firma Züchner (jetzt Crown Cork gehörend) stellt übrigens bis heute Dosen her und ist noch immer im Kundenverzeichnis von Klinghammer Can Technology zu finden!

1851 wurde in Braunschweig die erste Spargelfabrik gegründet, die ihre Produkte in Dosen konservierte. In dem Maße, wie in den folgenden Jahren diese neue Industrie wuchs, entwickelten sich auch Firmen wie Klinghammer, die Lebensmittel konservierten, Dosen herstellten und die entsprechenden Maschinen für deren Herstellung lieferten.

1894 - Die Gründung
Die Firma Klinghammer wurde im Jahre 1894 von dem Ingenieur Julius Klinghammer in einer zunächst gemieteten Werkstatt gegründet, um Maschinen für die damals aufkommende Konservenindustrie herzustellen. Dank der Zielstrebigkeit und unternehmerischen Initiative des Gründers konnte bereits Ende des 19. Jahrhunderts ein Grundstück für ein Werkstatt- und Bürogebäude erworben werden.

1900 - Der internationale Durchbruch
1901 entschloss sich Julius Klinghammer, den Kaufmann Heinrich Kricheldorff als Teilhaber mit ins Boot zu nehmen. Überregionale Anerkennung erlangte Klinghammer 1903 mit dem Bau von Verschließmaschinen mit Rollensystemen. 1904 verstarb Julius Klinghammer ganz unerwartet. Nach seinem Tod fiel Heinrich Kricheldorff als alleinigem Inhaber die schwierige Aufgabe zu, den Betrieb weiterzuführen. Mit der Entwicklung von Verschließ-Halbautomatikmaschinen, Bördelmaschinen und einem Gummierautomaten gelang erstmals der internationale Durchbruch.

1920 - Bahnbrechende Entwicklungserfolge
1919 starb Heinrich Kricheldorff, fand aber in seinem Sohn Georg einen würdigen Nachfolger. Die Teilung des Fabrikationsprogrammes durch die Gründung einer Schwesterfirma Herbort, Kricheldorff und Brüser in Maschinen für die Konservenfabriken einerseits und in Blechwaren, die in Klinghammers Hand verblieb, andererseits, ermöglichte eine Spezialisierung der Produktionsprozesse. Bereits 1935 wurde das Schwesterunternehmen durch das Ausscheiden der Geschäftsführer wieder aufgelöst und der Fa. Klinghammer angegliedert. Während dieser Zeit der Spezialisierung gab es bahnbrechende Entwicklungserfolge, wie z.B. in der Weiterentwicklung der Antriebstechnik von Werkzeugmaschinen, wodurch eine optimale Ausnutzung der Kapazitäten ermöglicht wurde.

1940 - Turbulente Jahre
Am 01. April 1944 feierte das Unternehmen Julius Klinghammer 50. Geburtstag. Zwei Weltkriege und der technologische Wandel (Umstellung von Schwarz- auf Weißblech) zwangen das Unternehmen, sich mehrmals radikal anzupassen. Neben dem Wiederaufbau galt es auch, die seit Jahren unterbrochenen internationalen Geschäftsverbindungen wieder aufzubauen. Georg Klinghammer meisterte diese Schwierigkeiten mit unternehmerischen Mut und dem Team seiner Beschäftigten. In dieser Zeit verließen ganz neu konstruierte Maschinen die Hallen Klinghammers. Verschließmaschinen, Tafel- und Rollenscheren, Runde- und Auseckmaschinen wurden zur Serie gebracht. 

1960 - Ausbau der Produktpalette
1954 feierte Georg Kricheldorff sein 40jähriges Firmenjubiläum, wurde aber kurze Zeit später durch einen tragischen Unglücksfall aus dem Leben gerissen. 1955 wurde die Firma zu einer Kommanditgesellschaft umgewandelt, mit dem Kaufmann Anulf Kricheldorff und seiner Schwester Hildegard Bürig als Gesellschaftern.

Bereits Anfang der 50er Jahre zeichnete sich ab, dass der deutsche Markt seine Sättigungsgrenze bald erreichte. 1959 ermöglichte die Stauchbördelmaschine Modell 481 abermals den großen Durchbruch. Die solide Bauweise der Klinghammer Maschinen verhalf dem Unternehmen zu internationaler Anerkennung. Zunächst eroberte Klinghammer den französischen Markt. Es folgten England, Spanien, Belgien, Skandinavien und Afrika.

Bei der Erschließung der neuen Märkte erkannte man das erste Mal den Bedarf, gebrauchte Maschinen wieder instand zu setzen, da man auf Klinghammer-Maschinen traf, die auf anderen Wegen internationale Standorte gefunden haben. Es existierte Nachfrage! 1965 gelang die Erschließung des US-amerikanischen Marktes. In dieser Zeit verfestigte sich nochmals die Unternehmensstrategie: Mit sehr viel Know-How, Präzision und Zuverlässigkeit Klinghammer Maschinen zu bauen, deren Stärke die große Flexibilität war und nicht große Mengen eines Dosentyps auf Hochleistungsmaschinen zu produzieren.

Anfang 1966 wurde der horizontale Verschließ- und Anrollautomat "Mod. HVA 340" entwickelt.

Anfang 1967 übernahm die Firma ein komplettes Bauprogramm von Abfüllmaschinen und entwickelte eigene Klein-Abfüllmaschinen als zweites Standbein neben den Maschinen zur Dosenherstellung. Eine intensive Weiterentwicklung dieser Maschinen hat allerdings nicht stattgefunden.

1980 - Im Zeichen der Rationalisierung
Seit 1973 setzte die Phase der Rationalisierung in der westdeutschen Wirtschaft ein. Dieser Prozeß wurde durch Fusionierungen und Übernahmen begleitet. Während in den 50er Jahren über 400 dosenproduzierende Unternehmen in Deutschland existierten, schrumpfte diese Zahl bis Ende der 80er auf 25 Unternehmen. In dieser Zeit begann die Zeit des Lötbodymakers zu Ende zu gehen und wurde durch Hochleistungsschweißautomaten abgelöst.

Der Vorstoß bis auf den japanischen Markt verlief über Fachmessen zur Steigerung des Bekanntheitsgrades und Mund-zu-Mund Propaganda. Doch Mitte der 80er wuchs die südostasiatische Konkurrenz. Die fernöstliche Replikationsfreude und das Anbieten der Produkte zum halben Preis war schon damals ein aktuelles Thema. Allerdings blieb die Klinghammer-Stärke der auswechselbaren Werkzeuge ein Alleinstellungsmerkmal. Um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben, erweiterte Klinghammer seine Angebotspalette um den Bereich Service und Dienstleistung.

1989 übergab Anulf Kricheldorff die Firma an seinen Neffen, den heutigen Inhaber, Christof Bürig. Unter seiner Führung wurden Schwerpunkte auf das interne Konstruktionsbüro gesetzt und Klinghammers neue Stärke wurde, auf individuelle Kundenwünsche einzugehen. Entwicklungsschwerpunkte wurden Betriebssicherheit, neue Produkte und Vollautomatisierung. Seit1992 arbeitet der Betrieb ausschließlich auf EDV-Basis, wodurch interne Prozesse optimiert werden konnten.

In den nun folgenden Jahren wurde die bisherige Strategie Klinghammers neu überdacht, denn ein möglichst breites Programm an Maschinen anzubieten, dafür aber preislich im High-End-Bereich zu liegen, ging zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit. In der Vergangenheit ging das Konzept auf, mit den gut laufenden Maschinen Nachfragerückgänge bei anderen Maschinen zu kompensieren. Doch die zunehmende Konzentration des Wettbewerbs veranlaßte Klinghammer abermals zu einem Richtungswechsel. 1997 erfolgte der Umbruch: Die Konzentration ausschließlich auf Produkte und Märkte mit hohem Know-How-Anteil im Back-End-Bereich. Die Firma "Julius Klinghammer Maschinenbau" ging in einem neuen Unternehmen auf -"Klinghammer Can Technology", das ab sofort den erfolgreichen Maschinenbau mit modernster Informationstechnologie verbindet.

2000 - Teilstrecken aus einer Hand
Um diese Vorteile voll an den Kunden weiterzugeben, die für den Kunden möglichen Nachteile aber zu kompensieren, schlossen sich 2001 mehrere marktführende Unternehmen im "We Can"-Verbund zusammen. So ist Klinghammer nach wie vor in der Lage, komplette Produktionslinien wie auch Teilstrecken aus einer Hand anzubieten. Im April 2002 übernahm Klinghammer die Teile von Bertil Ohlsson, Marktführer im Bereich Expandieren, um die eigenen Marktanteile auszubauen und dem Kunden ein komplettes hochqualitatives Produktspektrum im back-end zu liefern.